Immersion ist ein menschlicher Zustand, kein technischer Wert

, Alexander El-Meligi

Immersion ist ein menschlicher Zustand, kein technischer Wert

Immersion ist kein technischer Wert, sondern ein menschlicher Zustand. Sie entsteht nicht durch Pixel, Tracking oder ein bestimmtes Headset, sondern durch Inhalt, Gestaltung und die Passung zwischen Botschaft und Medium. Für Marken heißt das: Wiedergabetreue ist eine Budgetfrage, Immersion ist ein Ergebnis von Design.

Die falsche erste Frage

Wenn in einem Projekt über Immersion gesprochen wird, kommt meist dieselbe Frage zurück: Welches Headset empfehlt ihr? Wie viele Pixel, wie viel Tracking, Bildschirm oder Brille? Das Gespräch wird zur Hardware-Entscheidung, bevor jemand gefragt hat, was der Besucher eigentlich erleben soll.

Es ist dasselbe Muster wie bei der Frage, wann Technologie in ein Konzept gehört: Die Technikentscheidung fällt zu früh.

Was Menschen wirklich hineinzieht

Was Menschen in ein Erlebnis zieht, ist fast nie das Gerät selbst. Es ist eine Rolle in etwas, das sich entwickelt: eine Frage, die sich stellt, etwas, das auf dem Spiel steht, eine Auflösung.

In fast zwei Jahrzehnten, in denen wir immersive Erlebnisse bauen, von Browser-Games und Messeständen über AR-Kampagnen und VR-Trainings bis zu Räumen aus nichts als Licht, Klang und Geschichte, war die Hardware selten der entscheidende Faktor. Wenn Menschen die Zeit vergessen und danach jemandem davon erzählt haben, lag es nie am Datenblatt.

Immersion entsteht im Menschen

Die Forschung sieht das ähnlich. Dr. Miriam Mulders vom Learning Lab der Universität Duisburg-Essen beschreibt Immersion als etwas, das in Menschen entsteht, nicht in Geräten. Sie ergibt sich aus Inhalt, Gestaltungsentscheidungen und der Passung zwischen Botschaft und Medium. Selbst einfache Interaktionen können sie erzeugen.

Wiedergabetreue ist damit eine Budgetposition. Immersion ist ein Ergebnis von Design, und man kann sie in einen Browser, einen Messestand, einen Raum oder ein Headset hineingestalten.

Immersion gezielt einsetzen

Daraus folgt auch: Immersion muss nicht überall sein. Oft ist die stärkste Entscheidung, sie genau dort einzusetzen, wo sie etwas verändert.

Ein Beispiel: unser VR-Vertriebstraining

Für ein VR-Vertriebstraining üben Außendienstmitarbeitende Gespräche mit KI-gesteuerten virtuellen Ärzten. Standardmäßig läuft die App im Mixed-Reality-Modus, die reale Umgebung bleibt sichtbar, während E-Mails und Unterlagen bearbeitet werden. Nur das Einzelgespräch ist vollimmersiv, denn das ist der Moment, in dem Präsenz das Verhalten verändert. Überall sonst wäre sie nur im Weg.

Das Gerät bereitet die Bühne

Das Gerät bereitet die Bühne. Ob jemand vergisst, wo er gerade ist, entscheidet das Erlebnis.

Wie wir immersive Erlebnisse gestalten, vom Browser bis zum Headset, zeigen wir unter Virtual Reality.