Beteiligung zählt mehr als Aufmerksamkeit

, Alexander El-Meligi

Beteiligung zählt mehr als Aufmerksamkeit
Foto: Marius Roeer

Reichweite, Impressionen und Views sagen wenig darüber, ob ein Erlebnis tatsächlich gewirkt hat. Aussagekräftiger ist Beteiligung, und sie reicht weiter als aktives Mitmachen: Wer einen Menschen in einem immersiven Erlebnis beobachtet, kann ein Echo dessen fühlen, was dieser erlebt. Für Marken heißt das: Ein Erlebnis endet nicht an der Raumgrenze, sondern kann auch die erreichen, die nie vor Ort waren.

Mehr als Aufmerksamkeit

Marketing ist seit Jahren um Aufmerksamkeit herum gebaut. Reichweite, Impressionen, Views und Sichtbarkeit sind nach wie vor wichtig. Aber sie sagen erstaunlich wenig darüber, ob ein Erlebnis tatsächlich etwas bewirkt hat.

Mich interessiert inzwischen etwas anderes mehr: Beteiligung. Und ich glaube, dass dieser Begriff eine weitere Definition braucht als nur aktives Mitmachen.

Gefühle reisen

Bei unserem Showroom-Event in Hamburg im September 2026 haben wir einen Gedanken diskutiert, der mich seitdem nicht loslässt: Ein immersives Erlebnis kann ein Gefühl erzeugen, das sich nicht einfach herstellen lässt. Und Gefühle reisen.

Über affektive Empathie können wir ein Echo dessen fühlen, was ein anderer Mensch gerade erlebt, wenn wir ihm dabei zusehen. Wir haben nichts berührt und nichts beeinflusst, und trotzdem waren wir beteiligt. Ein Foto von etwas Beeindruckendem ist dagegen selten selbst beeindruckend.

Fühlen statt nur registrieren

Die Trennlinie verläuft damit nicht zwischen Mitmachen und Zuschauen. Sie verläuft zwischen etwas fühlen und etwas nur registrieren.

Aktives Mitmachen bleibt die stärkste Form, etwa wenn ein Spiel Zuschauer zu Teilnehmern statt Publikum macht. Aber es ist nicht die einzige. Auch wer zusieht, wie jemand anderes in einem Erlebnis versinkt, kann Teil davon werden.

Das Erlebnis hinter dem Raum

Das verändert die Aufgabe. Die meiste Sorgfalt fließt in den Moment im Raum. Was danach mit dem Erlebnis passiert, bleibt oft dem überlassen, der gerade zufällig filmt und teilt. Wenn ein Gefühl aber reisen kann, lautet die Frage nicht mehr nur, wie viele Menschen das Erlebnis gesehen haben, sondern wie viele daran beteiligt waren, auch diejenigen, die nie im Raum standen.

Ehrlicherweise gibt es dafür noch keine einfache Kennzahl. Kommentare, Shares und Gespräche sind Hinweise, aber kein vollständiges Bild. Gerade deshalb lohnt es sich, die Wirkung über den Raum hinaus schon im Konzept mitzudenken, statt sie dem Zufall zu überlassen.

Was wir am eigenen Event gesehen haben

Bei unserem Showroom-Event konnten Gäste Mixed Reality, interaktive Anwendungen und Games selbst ausprobieren. Dabei hat sich gezeigt: Manches wirkt nur, wenn man davorsteht. Anderes funktioniert auch als Clip, weil man sieht, was mit dem Menschen passiert, der es bedient. Genau diese zweite Wirkung lässt sich gestalten.

Aufmerksamkeit lässt sich kaufen

Für unsere Arbeit heißt das: Es geht nicht darum, noch einen Bildschirm einzubauen, nur weil es möglich ist. Die Frage ist, ob Technologie Menschen einen Grund gibt, sich beteiligt zu fühlen, und ob diese Beteiligung verändert, wie sie die Marke sehen.

Aufmerksamkeit lässt sich kaufen. Echte Beteiligung ist viel schwerer zu erzeugen. Wie wir Erlebnisse gestalten, die über den Moment hinaus wirken, zeigen wir unter Messe & Event.